Heute nicht weit vom Genfer See etwa 150 m Unter der Erde wird das größte Experiment der Menschheit gestartet. Im LHC (Large Hadrone Collidor) dem größten Teilchenbeschleiniger der Welt (ca. 27 KM lang ). Werden Protonen, die positiv geladenen Bestandteile des Atomkerns, in entgegengesetzten Richtungen auf 99,9999991 Prozent der Lichtgeschwindigkeit gebracht, und miteinander Kolidieren.
Dabei werden Zustände erzeugt wie vor 14 Milliarden Jahren … beim Urknall.
Was bei solchen Superkollisionen passiert, lässt sich mit dem heutigen physikalischen Wissen nicht vorhersagen: Das „Standardmodell der Elementarteilchenphysik“, das unser Verständnis vom Aufbau der Materie zusammenfasst, hat nach wie vor Lücken, die durch die Experimente am LHC ja gerade geschlossen werden sollen. Kritiker halten den LHC deshalb für eine Teufelsmaschine, die den Planeten Erde auslöschen könnte. Sie haben erfolglos dagegen geklagt. Ein prominenter Befürworter des Projekts bekam sogar Morddrohungen. Ist eine Handvoll wissensgieriger Atomphysiker womöglich dabei, den Weltuntergang zu riskieren?
Bei der Kollision zweier Protonen im LHC werden diese so dicht zusammengedrängt, dass theoretisch durchaus ein Schwarzes Loch entstehen könnte. Das derzeit favorisierte Modell zur Erklärung der Gravitation und der Elementarteilchen, die „String-Theorie“, sagt solche mikroskopischen Schwarzen Löcher sogar voraus. Demnach gab es kurz nach dem Urknall unzählige schwarze Mini- Löcher im Universum, die kurz darauf wieder verschwunden sind. Mit dem LHC soll unter anderem diese Theorie der Weltentstehung überprüft werden.
Diese „Hawking-Strahlung“ ist umso stärker, je kleiner ein Schwarzes Loch ist. Künstliche Winzlöcher, wie sie im LHC entstehen könnten, wären bereits nach weniger als einer Billionstel Billionstelsekunde wieder verpufft. Wenn Hawking recht hat, kann nichts passieren.
Die CERN-Gutachter verweisen zudem darauf, dass die Erdatmosphäre ständig von kosmischer Strahlung getroffen wird, die viel energiereicher sei als die im LHC beschleunigten Protonen. Allerdings weiß niemand, ob im LHC möglicherweise mehr oder langlebigere Schwarze Löcher entstehen als in der oberen Atmosphäre. Und die Hawking-Strahlung ist bisher reine Theorie, sie wurde noch nie im Experiment beobachtet.